mtb-GrenzTrail.ch 12 Col de la Faucille – Genève

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Col de la Faucille - Genève

Von flauschigen Juratrails zum westlichsten Punkt der Schweiz

Nochmals auf gediegenen Wegen führt diese Strecke auf die Jurahöhe und nach einem knackigen Downhill geht es gemächlich durch das Hinterland von Genf. Durch die Weinberge bei Satigny und dem Rhoneufer entlang führt der Weg  zum westlichsten Grenzstein der Schweiz. Tagesziel ist die  Wasserfontäne des Jet d’Eau in Genf. Eine Etappe mit vielen Gesichtern.


Daten

Kondition: mittel

Distanz: 75 km

Höhendifferenz: ↑ 670 hm, ↓ 1610 hm

Schieben/Tragen: ↑ 0 hm, ↓ 0 hm

Zeitbedarf: 5 Std.

Technik: leicht bis mittel, gut fahrbare Singletrails, Forst- und Flurwege

Wegbeschaffenheit: Singletrails 15%, Wege 45%, Asphalt 40%


Beste Jahreszeit:
JanFebMärzAprilMaiJuniJuliAugSeptOktNovDez

Highlights: Singeltrail hinunter nach Naz Dessus

Sehenswert: Viel Sehenswertes in Genève


Einkehr: Restaurants in Crozet, St-Genis-Pouilly, Russin und Soral / Restaurant Le Virage in Chancy

Übernachten: Grosses Angebot in Genève

Bilder

  • Grenzstein 127 beim Cern
    Grenzstein 127 beim Cern
  • Beim Cern
    Beim Cern
  • In den Weinbergen am Monts de Russin
    In den Weinbergen am Monts de Russin
  • An der Rhone bei Le Longet
    An der Rhone bei Le Longet
  • Der westlichste Gernzstein 1.5
    Der westlichste Gernzstein 1.5
  • Rhone beim westlichsten Grenzstein
    Rhone beim westlichsten Grenzstein
  • Sézegnin
    Sézegnin
  • Le Jet d`eau
    Le Jet d`eau

Karte

Bericht

Noch vor Sonnenaufgang schwingen wir uns in den Sattel, denn die Wetterprognose verspricht für heute wiederum Höchsttemperaturen von über 35 Grad. Gemütlich rollen wir die ersten Kilometer durch dichten Wald, bevor wir auf dem Alpweg der Nordflanke des Juras entlang stetig an Höhe gewinnen und mit jedem Meter die Aussicht über die bewaldeten Rücken der Franche Compté grandioser wird. Bald schon setzen wir uns auf dem höchsten Punkt vor dem Col de Crozet zu einer kurzen Rast ins Gras.

Auf rauen Schotterpisten, querfeldein und über die Skipisten brettern wir dann hinunter zur Bergstation Le Fierney, immer möglichst in der Falllinie. Noch ein Stück übler Schotterpiste, dann ein Stück auf einem angenehmen Forstweg und schon zweigen wir nach rechts ab und kurven auf einem flauschigen Trail durch den Wald hinunter nach Naz-Dessous.

Nun haben wir uns endgültig vom Jura-Bike-Spass verabschiedet und kurbeln für den Rest des Tages im Flachland-Bike-Gelände umher. Es wird schwierig, Asphalt zu vermeiden, doch wir finden immer wieder hübsche Feldwege und Pfade. Vor den Betongebäuden des CERN treffen wir beim Grenzstein 130 wieder auf Schweizer Territorium. Wir lassen uns nicht beirren von der Vorstellung, mit welch irrwitzigen Tempi der Teilchenbeschleuniger Atomkerne und Moleküle in den Kavernen unter uns auf ihre Umlaufbahn katapultiert, während wir auf gutmütigen Trails und Wegen dem Grenzflüsschen L’Allondon folgen.

Bald kurven wir durch die Rebberge oberhalb von Satigny und überqueren nach einem kurzen Downhill die Rhone bei La Plaine. Nur noch wenige Kilometer sind es nun bis zum westlichsten Grenzstein der Schweiz. Nach einem bodenständigen Essen im angenehmen Schatten im Garten des Restaurants Le Virage in Chancy sind wir froh, dass keine belastenden Höhenmeter mehr unsere Verdauung erschweren.

Nach einem Stück Uferweg führt uns ein beschwerlicher, verwachsener Pfad der Rhone entlang immer tiefer ins Dickicht. Schon überlegen wir uns umzukehren und das Ziel von der anderen Seite her anzufahren, da entdecken wir in einer kleinen Lichtung unscheinbar den gesuchten Grenzstein mit der ominösen Nummer 1.5.

Nach einer würdevollen Umrundung dieses Meilensteins in unserem Grenz-Trail-Projekt wählen wir für den Rückweg den bequemeren Forstweg. Weiter geht es auf Wegen und Pfaden mit einigen Höhenmetern nach Sézegnin. Das Thermometer ist inzwischen auf satte 37 Grad gestiegen und die hohen Ozonwerte machen uns das Atmen schwer. Wir entschliessen uns deshalb für den möglichst direkten Weg zum Jet d’Eau anstelle der geplanten Route der Grenze nach um Genf herum. Trotz hohem Asphaltanteil entdecken wir immer wieder unbefestigte Wege, versteckte Spazierpfade, verwinkelte Quartiersträsschen und auch Fahrverbotsschilder, die wir schamlos übersehen.

Nach einem schönen Trail dem Flüsschen L’Air entlang saugt uns die Stadt endgültig auf. Unter Vermeidung von stark befahrenen Strassen kurven wir um die Häuserblocks, und unerwartet öffnet sich der Blick auf die Bucht des Lac Leman, in welcher der Wind die Wasserfontäne des Jet d‘Eau in eine stiebende Fahne zerzaust. Wirklich ein starker Grund zum Innehalten und ein kühlendes Softeis auf der Zunge zergehen zu lassen! Wir lassen nochmals die starken Eindrücke des heutigen Tages passieren: Kopfkino vom Feinsten.

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