mtb-GrenzTrail.ch 16 Châtel – Martigny

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Châtel - Martigny

Auf Panoramatrails ans Rhoneknie

Auch diese Etappe begeistert wieder mit süffigen Panoramatrails in rauer Gebirgslandschaft und über gemütliche Hügelzüge. Die Tour ist äusserst abwechslungsreich und Genussbiken kommt nicht zu kurz. Fantastische Aussicht ist garantiert.


Daten

Kondition: mittel

Distanz: 65 km

Höhendifferenz: ↑ 1500 hm, ↓ 2240 hm

Schieben/Tragen: ↑ 100 hm, ↓ 0 hm

Zeitbedarf: 5 ½ Std.

Technik: mittel, gut fahrbare Singletrails, Forst- und Flurwege

Wegbeschaffenheit: Singletrails 25%, Wege 35%, Asphalt 40%


Beste Jahreszeit:
JanFebMärzAprilMaiJuniJuliAugSeptOktNovDez

Highlights: Fantastische Trails an der Portes du

Sehenswert: St-Maurice: Altstadt und Schloss, Feengrotte, Fort Scex und Fort Cindey aus dem zweiten Weltkrieg


Einkehr: Col de Bassachaux, Chalet Haute Bise / Refuge de Chésery am Lac Vert / Restaurants in Troistorrents und St. Maurice

Übernachten: Grosses Angebot in Martigny

Bilder

  • Vor der Skistation Châlets de Plaine Drance
    Vor der Skistation Châlets de Plaine Drance
  • Beim Col de Bassachaux
    Beim Col de Bassachaux
  • Lac Vert
    Lac Vert
  • Lac vert
    Lac vert
  • Abfahrt nach St. Martin
    Abfahrt nach St. Martin

Karte

Bericht

 

Wieder kündigt sich ein heisser Sommertag an und wir brechen zeitig auf. Schnell lassen wir das von Tourismus geprägte Châtel hinter uns und geniessen auf dem gemächlichen Aufstieg auf der Forststrasse die angenehme Ruhe des Waldes. Bald schon mündet der Fahrweg in abschüssigem Gelände in einen schmalen und zum Teil rauen Saumpfad. Ein Traum zum Biken und wir wünschen, dass es noch stundenlang so weitergehen würde.

Doch abrupt endet der Fahrspass und wir befinden uns auf einer überdimensionierten neu gebaggerten Piste. Mit Infotafeln wird auf die Wichtigkeit dieser Strasse für die naturnahe Bewirtschaftung des Waldes hingewiesen, unterstützt von Geldern der EU. Vom schönen Trail ist leider nichts übrig geblieben und so kurbeln wir etwas lustlos die nächsten Kilometer bis zur Skistation Châlets de Plaine Dranse. Den Versuch, den steilen Trail hoch zu fahren, lasse ich bleiben, als unerwartet zwei Downhiller in einer Staubwolke knapp an mir vorbeipreschen.

Auf der Fahrstrasse sind wir bald auf der Aussichtsterrasse des Col de Bassachaux angelangt. Nun beginnt ein sehr schöner Abschnitt bis hinüber ins Val d’Illiez. Ein schmaler Fahrweg führt sanft den Hang entlang, bevor wir für gut 50 Höhenmeter die Bikes einen steilen Wanderweg empor schieben müssen. Dann heisst es kräftig in die Pedale treten, um den Aufstieg auf dem Pfad zum Col de Cheséri zu schaffen. Mit einer Tarte de pommes feinster Art stimmen wir uns im Alpbeizli am Lac vert ein auf die steile Schotterstrasse hinauf zur Portes de l’Hiver.

Nun folgt bestes Panoramabiking über den Hügelzug der Portes du Soleil und hinunter in Richtung Troistorrents. Auf Alpwegen und feinsten Trails rauschen wir dahin, mal bergauf und wieder bergab. Die Wege sind so gutmütig, dass wir immer wieder einen Blick auf das überwältigende Panorama werfen können.

Leider vermiesen uns unübersehbare, aufdringlich Bike-Verbotstafeln den weiteren Downhill-Spass und wir zweigen bei Mazel zähneknirschend auf die schmale Asphaltstrasse ab. Zum Trost lassen wir die Zügel locker und brettern 400 Höhenmeter in die Tiefe und verpassen dabei den Trail, welcher zwei Strassenserpentinen abkürzt. Dann, endlich offenbart sich uns ein romantischer alter Saumpfad, welcher mit einigen kleinen Serpentinen der Falllinie nach direkt nach Troistorrents führt.

Hier erlauben wir uns nur eine kurze Pause, denn schwarze Regenwolken über den Dents Blanches verheissen nichts Gutes. Die ersten Topfen platschen schon auf die Strasse und verdampfen auf dem heissen Asphalt. Wir treten mächtig in die Pedale und es gelingt uns, dem Unwetter davon zu fahren. Hoch über dem Rhonetal biegen wir nach einer lärmigen Kiesgrube in einen Waldweg ein. Wir verlangsamen unser Tempo, denn das Gewitter ist inzwischen hinter uns über das Val d’Illiez hinaus gezogen.

Ein kurzes Stück Asphalt und schon biegen wir wieder in einen spektakulären Saumpfad ein und erreichen über St. Martin das Tal bei St. Maurice. Beim Städtchen an der Talenge wurden während Jahrhunderten immer wieder der neusten Kriegstechnik angepasste Verteidigungsanlagen errichtet, letztmals die Artilleriefestung, erbaut 1941 – 1946 und ausser Betrieb gesetzt 1995.

Die restlichen rund 15 Kilometer nach Martigny sind ein absoluter Kontrast zu den faszinierenden Bergtrails des heutigen Vormittags: Der Rhone entlang pedalen wir eben aus mal auf einem verwurzelten Trail, mal auf einem Kiesweg, mal auf einer asphaltierten Güterstrasse zur Stadt im Rhoneknie.

Schon die Römer befestigten und bewohnten diesen Ort und nannten ihn Octodurus. Auch die Ruinen des Château de la Bâtiaz, im 13. Jahrhundert vom Bischof von Sitten auf dem Felsvorsprung über der Stadt errichtet, zeugen von der strategischen Wichtigkeit die Martigny im Laufe der Jahrhunderte von den verschiedenen Herrschern beigemessen wurde.

Bei einem fruchtigen Fendant Champortay, greift an den sonnenverwöhnten Rebbergen oberhalb Martigny, versichern wir uns gegenseitig zum wiederholten Male, heute die richtige Route gewählt zu haben. Die zur Diskussion gestandene Alternative von Champéry über den Col du Susanfe wäre wirklich ein schmerzhaftes Abenteuer gewesen.

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