mtb-GrenzTrail.ch 17 Martigny – La Fouly

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Martigny – La Fouly

Vorbei am smargdgrünen Lac de Champex ins wilde Val Ferret

Ein langer aber gemütlicher Aufstieg auf einem Asphaltsträsschen wird belohnt mit luftigem Trailvergnügen hinein ins Val Ferret. Eine lohnende Etappe in wilder Berglandschaft.


Daten

Kondition: mittel

Distanz: 35 km

Höhendifferenz: ↑ 1700 hm, ↓ 560 hm

Schieben/Tragen: ↑ 0 hm, ↓0 hm

Zeitbedarf: 4Std.

Technik: mittel, gut fahrbare Singletrails, Forst- und Flurwege

Wegbeschaffenheit: Singletrails 20%, Wege 40%, Asphalt 40%


Beste Jahreszeit:
JanFebMärzAprilMaiJuniJuliAugSeptOktNovDez

Highlights: Trails von Champex bis La Fouly

Sehenswert: Lac de Champex / Wasserfall Torrent du Treutse Bô vor La Fouly


Einkehr: Tea-Room Gentiana, Champex / Restaurant le Cabanon, Champex

Übernachten: Hotel Edelweiss, La Fouly

Bilder

  • Lac de Campex
    Lac de Campex
  • Val Ferret
    Val Ferret
  • Val Ferret
    Val Ferret
  • Val Ferret
    Val Ferret
  • Val Ferret
    Val Ferret
  • Val Ferret
    Val Ferret
  • Val Ferret
    Val Ferret
  • Torrent du Treutse Bo
    Torrent du Treutse Bo

Karte

Bericht

Nach einem üppigen Frühstück kurven wir schon bald durch die noch ruhigen Gassen des alten Weilers Le Bourg und durch die Rebberge von Les Rappes. Bald sind wir gezwungen für gut einen Kilometer der Strasse zum Grossen St. Bernhard zu folgen. Im Halbminutentakt donnern die Vierzigtönner knapp an unseren Lenkern vorbei. Wir halten den Atem oberflächlich, um unsere Lungen möglichst vor dem widerlichen Feinstaub zu bewahren.

Erleichtert können wir kurz vor Les Valettes auf einen Weg abzweigen. Er führt dem Bach Durnand entlang Tal einwärts. Nach kurzem Schieben erreichen wir die schmale Strasse, die hinauf nach Champex führt. Nun heisst es einfach pedalen und den Gedanken ihren Lauf lassen: Gut 700 Höhenmeter Asphalt ziehen sich in vielen Serpentinen das Tal hinauf, hoch über den Gorges du Durnand. Zum Glück sind wir früh unterwegs und der Ausflugverkehr hat noch nicht eingesetzt.

Aber nur allzu gern verlassen wir bei Le Marioty den Asphalt und spüren auf dem wilden Waldweg wieder das Knirschen des Schotters unter den Reifen. Unerwartet lichtet sich der Wald und vor uns glitzert der smaragdgrüne Lac de Champex in der Vormittagssonne. Wir legen uns für einen Moment ins Gras und entspannen unsere Wadenmuskeln.

Es folgt nun eine interessante Strecke in abwechslungsreichem Bikegelände. Auf feinen Trails, die auch mal recht verwurzelt sind, und auf Alpwegen rollen wir den Hang entlang hoch über dem Val Ferret. Verblockte Stellen und kurze steile Passagen zwingen uns ab und zu aus den Pedalen.

Erschreckt drückt sich eine Gruppe asiatisch anmutender Wanderer an die Felsen. Und schon werden wir auf verschiedenen Smartphones verewigt, wie wir auf dem schmalen Pfad dem Abgrund entlang zirkeln. Es ist anzunehmen, dass wir dereinst im fernen Osten als wilde schweizer Aborigines herumgezeigt werden.

Später schiessen wir in rasanter Fahrt auf dem Alpsträsschen hinunter in die Talsohle bei Le Chanton. Dann nahmen uns wieder herzhafte, pulstreibende Trails in Anspruch, die bald nahe der Drance entlang führen. Einen kurzen Halt gönnen wir uns, um dem Schauspiel des tosenden Wasserfalls Torrent du Treutse Bô beizuwohnen, dessen Wasser in wenigen hundert Metern Entfernung über die Felsen in die Tiefe stürzt.

Auf dem Fahrsträsschen rollen wir aus und sind bald mitten im Gewimmel von Wandergruppen, für welche La Fouly Etappenort ist auf der Tour de Mont Blanc. Wir geniessen das wohlverdiente Glas Féchy und schauen hinauf zu den abweisenden Graten und Gletschern des Mont Dolent, der der seit Menschengedenken über die Geschicke der Siedlung wacht.

La Fouly war bis zu Beginn es 20. Jahrhunderts nur eine Maiensäss. Im 14 Jahrhundert wurde hier für kurze Zeit Eisenerz abgebaut, dann nochmals Ende des 19. Jahrhunderts. Darauf ist wohl der Name Val Ferret zurückzuführen. Wir können uns kaum vorstellen, dass zwischen 1863 und 1914 am nahen Glacier de Saleinaz Eis abgebaut und als Kühlmittel nach Paris transportiert wurde. Gut, gibt es heute den gewohnten Kühlschrank für unseren Féchy.

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