mtb-GrenzTrail.ch 19 Valpelline – Torgnon

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Valpelline - Torgnon

Abwechslungsreiche Panoramastrecke hoch über dem Aostatal

Diese lange und konditionell herausfordernde Etappe führt von Valpelline auf sehr abwechslungsreichen Trails hoch über dem Aostatal durch verlassene Weiler und einsame Dörfchen und auf Forstwegen durch ausgedehnte Wälder mit mediterraner Vegetation. Auf weiten Strecken begegnest du kaum einem Menschen.


Daten

Kondition: anspruchsvoll

Distanz: 57 km

Höhendifferenz: ↑ 2150 hm, ↓ 1620 hm

Schieben/Tragen: ↑ 350 hm, ↓ 0 hm

Zeitbedarf: 5 ½ Std.

Technik: mittel bis anspruchsvoll, gut fahrbare Singletrails, Forst- und Flurwege

Wegbeschaffenheit: Singletrails 20%, Wege 55%, Asphalt 25%


Beste Jahreszeit:
JanFebMärzAprilMaiJuniJuliAugSeptOktNovDez

Hinweise: Genug Proviant und Wasser mitnehmen.

Highlights: Singletrail am Mont Mary / 900 hm Downhill von Cénevé, Trail vom Col de St-Pantaléon nach Torgnon

Sehenswert: : Panoramablick über das Aostatal und hinüber zum Gran Paradiso


Einkehr: Keine Verpflegungsmöglichkeit unterwegs, Brunnen mit Trinkwasser in Trois Villes

Übernachten: Hotel Panoramique in Torgnon

Bilder

  • Aufstieg von Blavy nach Viou
    Aufstieg von Blavy nach Viou
  • Zwischen Alp Viou und Alp Cénévé
    Zwischen Alp Viou und Alp Cénévé
  • Am Mont Mary
    Am Mont Mary
  • 04 Abfahrt von Cénévé
    04 Abfahrt von Cénévé
  • Blick ins Aostatal
    Blick ins Aostatal
  • Oberhalb Grand Villa
    Oberhalb Grand Villa
  • Beim Col de Bornel
    Beim Col de Bornel
  • Bei Torgnon
    Bei Torgnon

Karte

Bericht

Angenehm säuselt uns der Fahrtwind um die Ohren und wir lassen die Zügel ganz locker auf der Strasse hinunter bis nach Roisan. Nun heisst es 1200 Höhenmeter hinaufkurbeln bis zur zerfallenen Alp Viou auf 2059 Metern. Die ersten 600 Höhenmeter bis Blavy sind asphaltiert. Dann sind wir froh, als wieder der Kies unter den Stollen knirscht. Noch sind wir im Schatten, doch der Schweiss perlt schon beissend von der Stirn in die Augen. Gut, dass wir uns heute Morgen sehr früh aus den Federn gemacht haben. Kehre um Kehre schrauben wir uns den Wald hoch, bis wir unverhofft aus dem Schatten kommen und das zerfallene Gemäuer des Alpstalles vor uns sehen. Ein paar Rinder stehen lustlos in der Einsamkeit und beäugen uns mit grossen, scheuen Augen.

Hier endet auch der Fahrweg. Die nächsten 200 Höhenmeter heisst es auf dem zum Teil sehr steilen Pfad schieben und tragen. Das kann uns nichts anhaben, denn wir träumen vom Fussweg weiter oben, der sich auf der Karte mit etwas Gefälle dem steilen Hang entlang zieht und wirklich ein Supertrail sein könnte.

Und wahrhaftig, bald zirkeln wir auf dem Wanderweg dem steil abfallenden Grashang des Mont Mary entlang. Nur kurz klicken wir uns aus den Pedalen aus Respekt vor den Folgen eines Fehlers. Nach dem adrenalinhaltigen Fahrspass erreichen wir die Alp Cénevé, wo uns ein ungewohnt giftiger Bergamasker mit hochgezogener Lefze bellend davon abhält, uns dem Gebäude zu nähern. In einem gebührenden Sicherheitsabstand trampeln wir durch ein Plackendickicht hinüber zum Fahrweg, der die Alp erschliesst. 800 Höhenmeter spektakulärer Downhill stehen uns bevor, hinunter bis zum einsamen Weiler Trois Villes.

Mit glühenden Scheiben stoppen wir am Dorfbrunnen: Zwei plätschernde Röhren und ein Metallschild mit eingravierten „Acqua non controllata“. Wir zögern, unsere Bidons sind so staubtrocken wie unsere Kehlen.

Ein älterer Mann mit sonnengegerbtem Gesicht schlurft heran, und wie wenn er die Fragezeichen in unseren Gesichtern deuten könne, zeigt er auf die eine der beiden Röhren und nickt zu einem Schwall von italienischen Erklärungen. Vertrauensvoll füllen wir unsere Bidons.

Auf einem Pfad durch die trockenen Wiesen verlassen wir das Dörfchen. Es folgen knappe zehn Kilometer auf dem asphaltierten Weg über Lignan und hinunter ins Tal. Der Rest der Etappe führt durch abwechslungsreiches Bikegelände. Auf einem wenig begangenen Pfad kurbeln wir im kleinsten Ritzel und höchstem Puls den Wald empor, unterbrochen von kurzen Verschnaufpausen. Wir erreichen den Fahrweg, welcher zum Gehöft in der grossen Waldlichtung hinaufführt. Nun folgt nochmals ein steiler Pfad hinauf zum Sattel auf etwa1880 Meter Höhe und dort beginnt die Sucherei. Auf den verschiedenen Karten sind ganz unterschiedliche Wege eingezeichnet, nur nicht diejenigen, welche wir in der Realität vor uns haben. Doch mit etwas Spürsinn finden wir den Pfad, der auf der anderen Seite des Sattels steil den Wald hinunter führt.

Bald erreichen wir den Forstweg, der in leichtem Auf und Ab im Schatten des Waldes dem Hang entlang zum Col de Bornel führt. Anstatt links hinunter direkt nach Torgnon entscheiden wir uns für den Weg über den Col de St-Pantaléon. Bei der Kapelle treffen wir auf die Strasse, zweigen aber gleich nachher rechts in einen alten Saumpfad ab und brettern über den felsigen Karrenweg und auf weichen Wiesenwegen hinunter zu unserem Etappenziel.

Die Terrasse des Hotels Panoramique wird dem Namen gerecht, und wir stossen müde und mit säuerlichen Muskeln aber zufrieden auf die heutigen Höhepunkte an.

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