mtb-GrenzTrail.ch 20 Torgnon – St-Jacques

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Torgnon – St-Jacques

Vom Valtournanche ins Valle d‘Ayas

Von lauschigen aussichtsreichen Trails hoch über dem Tal gelangen wir über Valtournenche auf die Höhen der anderen Talseite. Die Überquerung des Col de Nanas ist sehr anspruchsvoll, stellenweise ausgesetzt und mit mühsamer Schieberei verbunden. Die Belohnung: Fantastische Ausblicke auf die Eisriesen des Monte Rosa und ein nicht enden wollender Downhill.


Daten

Kondition: anspruchsvoll

Distanz: 45 km

Höhendifferenz: ↑ 2100 hm, ↓ 1900 hm

Schieben/Tragen: ↑ 650hm, ↓ 250 hm

Zeitbedarf: 6 ½ - 7 Std.

Technik: anspruchsvolle bis schwere Teilstrecken, gut fahrbare Forst- und Flurwege, und Trails

Wegbeschaffenheit: Singletrails 25%, Wege 50%, Asphalt 25%


Beste Jahreszeit:
JanFebMärzAprilMaiJuniJuliAugSeptOktNovDez

Highlights: Lauschige Trails hoch über dem Valtournanche / Downhill 1100 Höhenmeter von Col de Nanaz / grandiose Rundblicke auf den Monte Rosa


Einkehr: Restaurants in Valtournanche und Cheney / Rifugio Grand Tournalin

Übernachten: Hotel Genzianella  in St-Jacques

Bilder

  • Gut beschildert
    Gut beschildert
  • Auf dem Höhenweg vor Le Detor
    Auf dem Höhenweg vor Le Detor
  • Kapelle von Ersatz
    Kapelle von Ersatz
  • Bei Ersatz
    Bei Ersatz
  • Sinletrail bei Cortinaz
    Sinletrail bei Cortinaz
  • Vor Falegnon
    Vor Falegnon
  • Falegnon
    Falegnon
  • Weg hinunter nach Promoron
    Weg hinunter nach Promoron
  • Gut ausgebauter Trail oberhalb Valtournenche
    Gut ausgebauter Trail oberhalb Valtournenche
  • Oberhalb Crepin
    Oberhalb Crepin
  • Cheney
    Cheney
  • Blick zum Matterhorn
    Blick zum Matterhorn
  • Col de Nanaz
    Col de Nanaz
  • Col de Nanaz
    Col de Nanaz
  • Blick zum Col de Bettaforka
    Blick zum Col de Bettaforka
  • Col de Nanaz
    Col de Nanaz
  • Abfahrt nach St-Jacques
    Abfahrt nach St-Jacques
  • St-Jacques
    St-Jacques

Karte

Bericht

Wie gewohnt sind wir heute wieder früh aus den Federn. Von der Terrasse werfen wir noch einmal einen Blick hinüber auf die andere Talseite. Die Sonnenterrasse von Chamois liegt noch im Schatten der Bergkette des Grand Tournalin. Deutlich zeichnet sich der Einschnitt des Col de Nanaz am Horizont ab. Aber noch trennen uns rund 2000 Höhenmeter und etliche Schweisstopfen.

Gemütlich kurbeln wir in der frischen Morgenluft die Asphaltsrasse hoch, noch ist niemend unterwegs. Bald zeigt ein grüner Wegweiser nach Gilliarey und Cignana, unserem Zwischenziel. Cignana ist übrigens ein anderer Name für Tsignanaz, wie die Alp auf einigen Karten benannt ist. Eine kurze steile Rampe auf dem Alpweg überwinden wir mühelos und folgen dann einem feinen Trail dem Hang entlang durch lichten Wald und bald über Weiden, vorbei an Alpgebäuden, immer mit einen fantastischen Sicht Richtung Matterhorn.

Unverhofft stehen wir vor einer Moorebene, lieblich in die Geländemulde eingebettet und gegen hinten von schroffen Felswänden angegrenzt. Wir halten Inne, um die Szenerie zusammen mit ein paar Riegel- Kalorien für den anstehenden Aufstieg in uns aufzunehmen. Bald haben wir bei einem Bildstock die Anhöhe von Ersatz erreicht. Auf dem Wiesenhügel nebenan thront eine weiss getünchte Kapelle. Gerne hätten wir hier länger verweilt, doch wir denken an die vielen Höhenmeter, die noch vor uns stehen und klicken uns wieder in die Pedale.

Nach einer kurzen Abfahrt und knappen hundert Metern Aufstieg auf dem Fahrweg erreichen wir die Alp Cortinatz, wo unsere Route rechts in einen markierten Wiesentrail abbiegt. Zuerst kommt echter Trailspass auf, doch dann wird der Weg immer verblockter. Mit einem Wechsel von Schieben und Fahren geht es in das tiefe Bachtobel hinunter und auf er anderen Seite hinauf zur teilweise zerfallenen Alpsiedlung von Falegnon.

Kurz danach wählen wir bei der Verzweigung den Wanderweg 1 der steil und grösstenteils unfahrbar hinunter nach Promoron führt. Hier überqueren wir die Druckleitung, welche das Wasser vom Stausee Lac de Tsignanaz den steilen Hang hinunter zu den Turbinen leitet.

Als gebührende Belohnung für die Schlepperei offenbart sich der  samtene Traumtrail taleinwärts bis zur Alp Lionere. Nach den Alpgebäuden zweigen wir nach rechts in einen nicht markierten Fahrweg ein, der in einem rassigen Downhill hinunter nach Creon führt. Auf dem Asphaltsträsschen nach Valtournenche können wir unsere Finger wieder lockern, Nun ist es Zeit für einen Cappucino und Dolce. Und wir werden fündig. Abseits der vielbefahrenen Hauptstrasse und etwas versteckt am Platz vor der „Comune“ geben wir uns ganz dem Genuss hin.

Unser nächstes Ziel ist die Alp Cheneil. Die 600 Höhenmeter auf dem Asphaltsträsschen sind bald geschafft. Die Strasse windet sich mit einigen Kehren in angenehmer Steigung durch den lichten Wald empor. Beim voll belegten Parkplatz unterhalb Cheney wählen wir nicht den Lift hinauf zur Alp sondern den Fahrweg, gespickt mit kurzen steilen Rampen. Bald stehen wir vor den stattlichen Häusern von Cheney. Unser Blick schweift hinüber zum Matterhorn, das seine Spitze in einer weissen Wolke verbirgt – und auf den Saumpfad, der hier abzweigt hinauf zur Alp Champ Sec und weiter zum Col de Nannaz. Wieder erwarten ist der Weg bereits hier nur mit grösstem Krafteinsatz fahrbar. Also sind 400 bis 600 Höhenmeter Schieben angesagt. Nach Champ Sec wird der Bergpfad rauer und steiler. Aber wir sind uns ja schon einiges gewohnt. Trotzdem atmen wir froh durch, als wir den markanten Steinmann auf der Passhöhe erkennen. Wie es sich gehört steigen wir für die letzten Metzer nochmals in den Sattel.

Im Westen ziehen drohend dunkle Wolken auf und die diesige Sicht mahnt uns zur Eile. Wir verweilen nicht lange auf dem Pass und schwingen uns für einige Abfahrtsmeter in den Sattel. Erste Regentopfen klatschen hart auf den Helm. Schon bald versperrt ein Felsriegel die Weiterfahrt. Wir buckeln die Bikes die schmale Steintreppe hinunter. Nur nicht ausrutschen auf den feuchten Platten! Die letzten Meter zum Fahrweg kurven wir auf dem Alprasen zwischen den Steinblöcken durch.

Obwohl der Regen wieder aufgehört hat, und die drohenden Wolken weiter südlich vorbeigezogen sind, lassen wir es uns nicht nehmen, im Refugio einzukehren. In der gemütlichen Stube lassen wir die köstliche Torta di Mele geniesserisch im Mund zergehen.

Was uns nun bevorsteht ist die würdige Belohnung für die mühselige Schlepperei: 1100 Höhenmeter brettern wir hinunter ins Tal. Zuerst gebärdet sich der Weg rau und erfordert unsere ganze Aufmerksamkeit. Dann wird er gutmütig und wir lassen die Zügel locker. Kehre um Kehre führt der Alpweg talwärts. Bevor wir in den Wald eintauchen machen wir kurze Rast und richten den Blick auf die andere Talseite, wo sich das helle Schotterband parallel zu den Bahnmasten steil hinauf zieht zur Bättaforko. Wir erahnen wortlos, welch Plackerei uns morgen erwarten würde. Hätten wir uns doch nur nicht zum unverhandelbaren Ziel gesetzt, dass wir den ganzen Grenztrail aus eigener Kraft bewältigen werden!

Das Sausen des warmen Windes und das liebliche Knirschen des feinen Schotters unter den Reifen heben die Stimmung merklich. Kurz oberhalb St-Jacques zweigen wir in einen wilden Pfad ein und gelangen direkt zur Brücke mitten im schmucken Dörfchen. Ziemlich ausgepumpt lassen wir uns in die Stühle sinken und feiern die Tour bei einem feinen Aperitivhäppchen.

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