mtb-GrenzTrail.ch 21 San Jacques – Tschaval

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San Jacques – Tschaval

Vom Val d’Ayas zu den Walsern im Val de Gressoney

Eine kurze Etappe über angenehme Forstwege hinauf ins Skigebiet und auf steilen, im wahrsten Sinne atemberaubenden Schotterpisten hinauf auf 2700 Meter. Gefolgt von einem rassigen Downhill hinunter zur Walsersiedlung Tschaval.


Daten

Kondition: mittel

Distanz: 15 km

Höhendifferenz: ↑ 1000 hm, ↓ 850 hm

Schieben/Tragen: ↑ 250 hm, ↓ 0 hm

Zeitbedarf: 3 ½ Std.

Technik: anspruchsvoll, gut fahrbare Forstwege, sehr steile Alpwege und Schotterpisten

Wegbeschaffenheit: Singletrails 0%, Fahrwege und Pisten 100%, Asphalt 0%


Beste Jahreszeit:
JanFebMärzAprilMaiJuniJuliAugSeptOktNovDez

Highlights: Grandiose Rundblicke auf den Monte Rosa


Einkehr: Restaurant auf dem Colle Bettaforca

Übernachten: Verschiede Hotels in Staffal, empfehlenswert: Hotel Nordend

Bilder

  • Aufstieg zum Passo Bettaforka, Blick zum Col de Nanaz
    Aufstieg zum Passo Bettaforka, Blick zum Col de Nanaz
  • Passo Bettaforka
    Passo Bettaforka
  • Passo Bettaforko, Blick auf die Abfahrt
    Passo Bettaforko, Blick auf die Abfahrt
  • Abfahrt vor Sant Anna
    Abfahrt vor Sant Anna
  • Blick zu Liskamm umd Monte Rosa
    Blick zu Liskamm umd Monte Rosa
  • Staffal mit Liskamm
    Staffal mit Liskamm

Karte

Bericht

Um es gleich vorweg zu nehmen: Diese kurze, aber strenge Etappe ist nur für Liebhaber von steilen Aufstiegen auf Schotterpisten, immer an der Grenze des Fahrbaren. Wer es gemütlicher will, benutzt ab Franchy die Bahnen zum Colle Bettaforca. Vorsichtshalber sollte man vorher nachfragen, ob die Bahnen auch wirklich in Betrieb sind.

Mit leicht übersäuerten Waden tun wir uns am ausgiebigen Morgenbüffet gütlich. Wir können uns heute Zeit lassen, denn es steht eine eher kurze Tour bevor. Wir haben nur 1000 Höhenmeter Aufstieg vor uns, dies aber auf nur sieben Kilometern Distanz. Etwa zwei Kilometer davon sind flach, so dass der Rest verdammt steil wird.

Die Morgenluft ist recht kühl hier auf 1800 Metern über Meer, und wir sind froh, dass wir nach ein paar Metern in den Forstweg einbiegen und der schnell ansteigende  Puls für eine gute Betriebstemperatur sorgt. Der Weg windet sich in steilen Kehren den Wald hoch. Ab und zu hilft eine flachere Strecke wieder zu angemessenem Atmen. Bald haben wir die Alpe Forca erreicht, auf der Karte auch mit Fourcare bezeichnet. Wir würdigen die Sesselbahn keines Blickes, die von hier auf den Pass führt und würgen uns am Limit auf der Schotterpiste hoch.

Doch bald müssen wir uns eingestehen, dass Schieben die ökonomischere Variante ist, diesen Pass zu bezwingen. Geschlagen klicken wir uns aus den Pedalen und nun knirscht für etwa 300 Höhenmeter der Schotter unter den Schuhen. Ab und zu, wenn wir den Eindruck haben, dass die Piste um einen Hauch flacher sei, kurbeln wir wieder ein Stück hoch, um bald wieder vom Sattel zu springen.

Trotzdem, wir geniessen den herrlichen Ausblick zurück auf den Col de Nanaz und trösten uns damit, dass wir gestern weitaus länger geschoben und getragen haben. Endlich stehen wir auf dem Pass. Ein kalter Ostwind bläst über den Kamm und wir ziehen uns warme Kleider über. Majestätisch zeichnet sich die Spitze des Matterhorns am südwestlichen Horizont ab.

Wir blicken hinüber auf die andere Talseite, hinauf zum Passo Salati und dem benachbarten Alencoll, den wir morgen bezwingen werden. Das schmale, helle Schotterband, das sich der Gondelbahn entlang durch die Mulde hinaufzieht, lässt nichts Gutes erahnen. Aber diese Sorgen haben Zeit bis Morgen, denn auf uns wartet nun ein rassiger  Downhill von 800 Höhenmetern auf dem mässig steilen Fahrweg.

Möglichst sachte bedienen unsere klammen Finger die Bremshebel, um Ausrutscher auf dem losen Schotter zu verhindern. Nach der Zwischenstation Sant Anna, auf der Karte auch mit Sitte benannt, wird die Piste flacher und zum Abschluss kurven wir locker die Serpentinen durch den Wald hinunter ins Lystal nach Staffal, auch Stafal geschrieben und Tschaval genannt.

Hotelnamen wie Hotel de Gletscher oder Walsertal Residence zeigen an, dass hier nicht nur die Italienische Sprache Einfluss genommen hat. Das obere Lystal stellt eine dreisprachige Gemeinschaft dar: Italienisch, Deutsch und Französisch. Spuren der Walser wie auch frankoprovenzalische Merkmale sind unübersehbar. Im Mittelalter gehörte Gressonay-La-Trinité dem Bischof von Sion und wurde von Hirten aus dem benachbarten Wallis bewohnt, den Walsern. Sie wanderten ab dem 12. Jahrhundert von Zermatt aus über den damals eisfreien Theodulpass ins Val d’Ayas und das Lystal ein. Mit dem aufkommenden Tourismus hat eine starke Italienisierung eingesetzt.

Wir sitzen im gemütlichen Schatten und stossen mir einem Forst Bier an, einem starken Produkt aus dem deutschsprachigen Südtirol.

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