mtb-GrenzTrail.ch 34a Mesocco – Splügen

34a

Mesocco - Splügen

Auf Säumerwegen über den San Bernardino

Auf dieser Etappe abseits der Hauptverkehrsader N13 lässt sich die wilde Berglandschaft aus einer anderen Perspektive mit immer wieder überraschenden Ausblicken und auf abwechslungsreichen Trails erleben.


Daten

Kondition: mittel

Distanz: 37 km

Höhendifferenz: ↑ 1430 hm, ↓ 760 hm

Schieben/Tragen: Insgesamt ca. 30 Minuten

Zeitbedarf: 4 ½ bis 5 ½ Std.

Technik: mittel, gut fahrbare Asphaltsträsschen und Waldwege und herausfordernde Trails

Wegbeschaffenheit: Singletrails 25% ,Wege 55%, Asphalt 20%


Beste Jahreszeit:
JanFebMärzAprilMaiJuniJuliAugSeptOktNovDez

Highlights: Trail über den San Bernardino

Sehenswert: Ponte Romano unterhalb San Bernardino / Alte Landbrugg aus dem Jahre 1693 bei Hinterrhein / alter Dorfkern von Splügen


Einkehr: Restaurants in San Bernardino / Ristorante Ospizio, Passo del San Bernardino / Bachhuus-Chäller, Hinterrhein

Übernachten: Splügen: Hotel Alte Herberge Weisses Kreuz / Hotel Bodenhaus / Hotel Piz Tambo

Bilder

  • San Bernardino
    San Bernardino
  • Oberhalb San Bernardino
    Oberhalb San Bernardino
  • Schieben ist angesagt
    Schieben ist angesagt
  • Trailgenuss
    Trailgenuss
  • Alp Montagna
    Alp Montagna
  • Aufstieg zum Pt. 2086
    Aufstieg zum Pt. 2086
  • Downhill zu San Bernardino Pass
    Downhill zu San Bernardino Pass
  • Passo del San Berardino
    Passo del San Berardino
  • Beim Passo del San Bernardino
    Beim Passo del San Bernardino
  • Saumweg hinunter nach Hinterrhein
    Saumweg hinunter nach Hinterrhein
  • Hinterrhein
    Hinterrhein
  • Alte Landbrugg, Hinterrhein
    Alte Landbrugg, Hinterrhein
  • Rheinwald
    Rheinwald
  • Brücke über den Kapellbach
    Brücke über den Kapellbach
  • Bei Nufenen
    Bei Nufenen
  • Dem Hinterrhein entlang
    Dem Hinterrhein entlang

Karte

Bericht

Die heutige Etappe beginnt in Mesocco mit einer gemächlichen Anwärmstrecke. Nach einem kurzen Stück Feldweg führt uns ein schmales asphaltiertes Strässchen in gemächlicher Steigung die 600 Höhenmeter hinauf nach Pian San Giacomo. In der angenehm kühlen Morgenluft pedalen wir durch blühende Magerwiesen und lassen unser Blicke über das Tal und die beeindruckenden Kunstbauten der Autostrasse schweifen, die sich wie ein Lindwurm das Tal hochschlängelt.

Bald haben wir die Ebene von Pian San Giacomo erreicht. Wir überqueren hier die Moesa und folgen auf dem angenehmen Fahrweg, welcher sich auf der anderen Talseite zuerst durch offenes Gelände und später durch den Wald über knappe 400 Höhenmeter zum Lago d’Isola empor schlängelt. Bei Pignela Sot mündet der Fahrweg in einen Fussweg ein, doch schon nach steilen 80 Höhenmetern sitzen wir wieder bequem im Sattel. Kurz unterhalb der Staumauer passieren wir die gut erhaltene Ponte Romano, welche sich seit zwei Jahrtausenden  imposant über den wilden Bergbach wölbt.  

Bei der Staumauer wählen wir den Weg, welcher am westlichen Ufer des Stausees entlang nach San Bernardino führt. Wir sind zeitlich gut unterwegs und geniessen deshalb im Garten des Ristorante Sole einen ersten Cappucino.

Auf einem anfänglich asphaltierten Fahrweg zweigen wir bei Punkt 1756 in den Trail ein, der uns schon nach ein paar Metern nur für Kürze Zeit aus den Padalen zwingt. Nun beginnt echter Fahrspass. Der gut ausgebaute Trail, der in der Gegenrichtung als Mountainbike-Route ausgeschildert ist, führt gemächlich über Alpweiden, dann dem steilen Abhang über dem Ri di Pescion entlang und schliesslich hinauf durch die von eiszeitlichen Gletschern geprägte Landschaft zum Übergang auf der Höhe von rund 2100 Metern über Meer. Ab und zu gestalten kurze verlockte oder sehr steile Stellen die Fahrt ziemlich anspruchsvoll oder lassen uns ein paar Meter zu Fuss gehen. Für das letzte Teilstück zum höchsten Punkt ist Schieben angesagt.

Ein überraschender Blick eröffnet sich uns auf den Passo del San Bernardino mit dem malerischen See und dem trutzigen Ospizio. Die Abfahrt zur Passstrasse über groben Schotter, verblockte Stellen und Felsstufen erweist sich als sehr anspruchsvoll. Vor dem Hospiz folgen wir noch dem Wanderweg zu einem kleinen romantischen See, wechseln aber in der nächsten Strassenkurve auf den Asphalt, da der auf der rechten Talseite weiter führende Trail sehr schwierig zu fahren erscheint.

Vor der Villa Thöni beim Punkt 1990 wechseln wir auf den alten Saumweg, der streckenweise anspruchsvoll über sumpfiges Gelände führt, und dessen ursprüngliche aber meist verfallene Pflästerung aus grossen, runden Steinen schwierig zu meistern ist. Für ein paar hundert Meter folgen wir wieder der Passtrasse und zweigen bei der nächsten Kurve nach rechts in den Saumpfad ein, welchen schon die Walser als Handelsweg benutzt hatten. Anfänglich ist der Weg gut erhalten und es kommt echter Fahrspass auf, bald jedoch wandelt sich der Weg in einen verblockten, schwierig zu fahrenden Pfad über die steile Weide hinunter. Weit unten verschluckt das Nordportal des 1967 eröffneten San Bernardino Tunnels die Kolonne von Lastwagen, die schwere Frachten in den Süden transportieren. Bald stehen wir vor der alten Landbrugg bei Hinterrhein, die in elegantem Bogen über den Fluss überspannt. Ein historisches Zeugnis aus dem Jahre 1693, als die Waren noch langwierig und mühsam über den Pass gesäumt wurden.

Nun folgt ein idyllischer letzter Teil der heutigen Etappe. Auf samtenen Wiesenpfaden und erdigen Trails, und entlang von gemütlichen Forstwegen rollen wir gemütlich dem wildromantischen Hinterrhein entlang hinunter nach Splügen. Das Rauschen des wilden Wassers übertönt das Brummen der Lastwagen auf der anderen Flussseite. Das Tal zeigt sich hier in einer beeindrucken Schönheit, wilder und ursprünglicher als wir es aus der Perspektive des Autofahrers auf der N13 kennen.

In Splügen angekommen lassen wir auf der Terrasse des Hotel Bodenhaus die Freuden des heutigen Tages nochmals aufleben. Wir lassen es uns auch nicht nehmen, die steile Gasse empor zu steigen auf die Anhöhe zum alten Dorfkern mit den mächtigen Häusern. Zeugnisse aus längst vergangenen Zeiten, als in Splügen die meisten Bewohner direkt oder indirekt von der Säumerei über den Safierberg, den Splügenpass und den San Bernardino Pass lebten.

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