mtb-GrenzTrail.ch 35 Isola – Juf

35

Isola – Juf

Unterwegs auf der historischen Via Spluga und der Via Alpina

Eine sehr abwechslungsreiche Strecke auf der doch einige Höhenmeter zu bewältigen sind. Der Saumweg durch die Cardinello Schlucht ist ebenso spektakulär wie der ausgesetzte Bergweg zum Lago Emet, verlangen aber Ausdauer im Tragen und Schieben. Herrliche Ausblicke und liebliche Berglandschaften laden zum Verweilen ein.


Daten

Kondition: anspruchsvoll

Distanz: 38 km

Höhendifferenz: ↑ 1700 hm ↓ 950 hm

Schieben/Tragen: ↑ 600 hm, ↓ 150 hm

Zeitbedarf: 4 ½ Std.

Technik: mittel

Wegbeschaffenheit: Singletrails 20%, Wege 30%, Asphalt 50%


Beste Jahreszeit:
JanFebMärzAprilMaiJuniJuliAugSeptOktNovDez

Highlights: Cardinello Schlucht  /  Downhill nach Innerferrera

Sehenswert: Cardinello Schlucht / Lago di Emet


Einkehr: Rifugio Bertacchi / Alpenrose Innerferrera

Übernachten: In Juppa:  Hotel Bergalga

Bilder

  • Rasdeglia
    Rasdeglia
  • Oberhalb Rasdelgia
    Oberhalb Rasdelgia
  • Val del Cardinello
    Val del Cardinello
  • Cardinello Schlucht
    Cardinello Schlucht
  • Cardinello Schlucht
    Cardinello Schlucht
  • Cardinello Schlucht
    Cardinello Schlucht
  • Cardinello Schlucht
    Cardinello Schlucht
  • Blick zurück zur Cardinello Schlucht
    Blick zurück zur Cardinello Schlucht
  • Zum Lago di Monte Spluga
    Zum Lago di Monte Spluga
  • Über dem Lago di Monte Spluga
    Über dem Lago di Monte Spluga
  • Bergweg zum Lago di Emet
    Bergweg zum Lago di Emet
  • Bergweg zum Lago di Emet
    Bergweg zum Lago di Emet
  • Lago di Emet
    Lago di Emet
  • Pass da Niemet
    Pass da Niemet
  • Unterhalb Pass da Niemet
    Unterhalb Pass da Niemet
  • Bei Cuort Viglia
    Bei Cuort Viglia
  • Alpweg durch das Val Niemet
    Alpweg durch das Val Niemet
  • Punt di Val di Lei
    Punt di Val di Lei
  • Cresta
    Cresta

Karte

Bericht

Über Nacht hat die Luft kaum abgekühlt und heute ist ein Tag mit grosser Sommerhitze angesagt. Schon nach wenigen Minuten tropft der Schweiss von der Stirne. Wir sind in den ersten Sonnenstrahlen unterwegs auf dem Asphaltsträsschen hoch von Isola nach Rasdeglia. Hier biegen wir in die Via Spluga ein. Der Wanderweg folgt dem alten Saumpfad durch die Cardinello Schlucht nach Monte Spluga.

Bis Soste ist der Pfad oft fahrbar, nachher ist schieben angesagt. Es lohnt sich, auf der ersten Brücke nach Soste den Liro zu überqueren und auf der anderen Talseite dem etwas breiteren Weg zu folgen. Das Tal wir immer enger und wir sind froh, im Schatten der hohen Felswände zu sein. Ein paar anstrengende Kehren sind zu meistern, dann stehen wir am Anfang des spektakulär auf einem schmalen Felsband angelegten Saumpfaddes, tief unter uns der tosende Liro. Der Weg ist gut erhalten, zum Teil auch die grobe Pflästerung, und erlaubt immer wieder atemberaubende Tiefblicke.

An mehreren Stellen sind Treppenstufen in den Fels geschlagen, damit Säumer und Saumtiere guten Tritt hatten. Dieser Weg durch die Cardinelloschlucht war bis zum Bau der Splügenstrasse  anfangs des 19. Jahrhunderts die einzige Verbindung zwischen Isola und Splügen. Im Gegensatz zu gestern macht es uns nichts aus, dass wir die ganze Strecke und rund 350 Höhenmeter unsere Bikes schieben müssen. Bevor der Weg zur Staumauer des Lago di Monte Spluga hin eben ausläuft, sind noch zwei verblockte Kehren zu meistern.

Wir wählen den Schotterweg von Stuetta über den Hügelrücken von Andossi. Eine weite Rundsicht offenbart sich uns vom Pizzo Tambo über den verwunschenen Passo de Balsniscio, talauswärts nach Madesimo und hinüber zum Passo de Niemet, dem höchsten Punkt der heutigen Etappe. Zwischendurch wird der Schotter sehr rau und der Weg wird so steil, dass wir mit ganzer Kraft in die Pedale treten müssen.

Auf der Höhe von 2100 m.ü.M zweigt der Bergweg ab. Unsere Herzen schlagen höher, denn ein feinster Trail empfängt uns und führt ohne Steigung dem Hang entlang – um abrupt vor einem Blockfeld zu enden. Ab jetzt gibt es nur einzelne kurze fahrbare Stellen auf dem ausgesetzten Pfad bis zum Lago Emet. Eingebettet in grüne Weiden und durch eine Gletschermoräne aufgestaut spiegelt sich das tiefe Blau des Himmels im klaren Bergsee. Bei den verlassenen Alpgebäuden machen wir Rast, füllen unsere Bidons am plätschernden Brunnen und geniessen den geschenkten Augenblick in der anmutigen Bergwelt.

Die gut 200 Höhenmeter zum Pass da Niemet sind leicht zu meistern, allerdings nicht fahrbar. Auf der Passhöhe eröffnet sich uns ein eindrücklicher Blick durch das Val Niemet hinüber zum Piz Grisch oberhalb von Innerferrera. Nach dem obligaten Fotoshooting – natürlich mit Grenzstein – machen wir uns bereit für die Singletrail Abfahrt. Sie erweist sich als recht schwierig, und wir schieben unser Bike mehr als die halbe Strecke. So haben wir umso mehr Zeit, die lieblich raue Landschaft in uns aufzunehmen, und das Rauschen der Bäche lässt uns in unsere Bergwelt-Träume versinken.

Bald erkennen wir unweit vor uns die Alp Niemet und die Fahrstrasse, welche bis zur Wasserfassung führt. Eindrücklich oder besser gesagt erschreckend, wie die vielen Wasser, die sich im rauschenden Bergbach vereinten nach der Wasserfassung als armseliges Rinnsal zwischen ausgewaschenen Felsen talwärts gurgeln.

Auf dem feinen Alpsträsschen lassen wir unseren Bikes freien Lauf durch das liebliche Tal auswärts. Bald haben wir die Waldgrenze erreicht und der Fahrweg führt  in steilen Kehren hinunter nach Innerferrera. Schwer liegt die Mittagshitze über dem Asphalt des Dorfplatzes. Wir suchen Zuflucht im Schatten des Restaurants Alpenrose und füllen unseren Energietankt wieder auf.

Nun steht noch der Pflichtteil des heutigen Tages bevor: 16 Kilometer und rund 650 Höhenmeter Asphaltstrasse aufwärts nach Juppa. Lediglich die Tunnels bei Punt da Val di Lei umfahren wir auf dem alten Fahrweg. Nach Campsut verlassen wir den Asphalt und fahren auf einem hübschen Waldweg bis nach Cröt und dann die alte Strasse bis zur ersten Kehre empor.

Auf der Terrasse der Berghotels Turtschi lassen wir die schönsten Eindrücke des Tages nochmals Revue passieren und hoffen, dass wir morgen trotz der unsicheren Wetterprognose unseren Weg nach Chiareggio fortsetzen können. Noch wissen wir nicht, dass wir uns am nächsten Morgen nach dem Frühstück um sechs Uhr angesichts der drohenden Gewitterwolken und des Regens nochmals schlafen legen würden.

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35a Splügen - Juf

Vom Rheinwald ins Avers auf historischen Pfaden

 

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