mtb-GrenzTrail.ch 37 Chiareggio – Poschiavo

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Chiareggio - Poschiavo

Auf Trailsuche im Banne des Berninamassivs

Am Fuss des schroffen Berninamassivs finden wir verlockende Trails, liebliche Bergtäler und vergessene Schmugglerpfade und einen grandiosen Downhill hinunter nach Poschiavo. Verblockte Schiebe- und Tragestrecken auf entlegenen Bergpfaden verleihen der Etappe einen Hauch von Abenteuer.


Daten

Kondition: mittel

Distanz: 42 km

Höhendifferenz: ↑ 1460 hm, ↓ 2050 hm

Schieben/Tragen: ↑ 250 hm, ↓ 150 hm

Zeitbedarf: 5 ½ Std.

Technik: mittel bis anspruchsvoll

Wegbeschaffenheit: Singletrails 45%, Wege 35%, Asphalt 20%


Beste Jahreszeit:
JanFebMärzAprilMaiJuniJuliAugSeptOktNovDez

Highlights: Trail zum Lago di Campo Moro / Valle Poschiavina / Downhill auf altem Alpweg nach Poschiavo

Sehenswert: Lago Palu / Lago de Gera / Borgo von Poschiavo


Einkehr: Rifugio Lago PalùRifugio Zoia, Campo Moro

Übernachten: Poschiavo: Hotel Altavilla / Albergo Croce Bianca / Hotel Suisse

Bilder

  • Chiareggio
    Chiareggio
  • Barchi
    Barchi
  • Passo Campolungo
    Passo Campolungo
  • Lago di Campo Moro
    Lago di Campo Moro
  • Lago di Gera
    Lago di Gera
  • Valle Poschiavina
    Valle Poschiavina
  • Valle Poschiavina
    Valle Poschiavina
  • Valle Poschiavina
    Valle Poschiavina
  • Valle Poschiavina
    Valle Poschiavina
  • Vor dem Pass da Cancian
    Vor dem Pass da Cancian
  • Vor dem Pass da Cancian
    Vor dem Pass da Cancian
  • Pass da Cancian
    Pass da Cancian
  • Pass da Cancian
    Pass da Cancian
  • Abfahrt vom Pass da Cancian
    Abfahrt vom Pass da Cancian
  • Abfahrt vom Pass da Cancian
    Abfahrt vom Pass da Cancian
  • Selva
    Selva
  • Bär M13 im Museo Poschiavino
    Bär M13 im Museo Poschiavino

Karte

Bericht

Ein strahlender Tag kündet sich an, während wir uns im frischen Fahrtwind auf der Strasse talauswärts hinunter nach San Giuseppe treiben lassen. Wir sind allein unterwegs, Italiener sind nicht als Frühaufsteher bekannt.

Auf dem Asphaltsträsschen kurbeln wir hoch bis zu den Ferienhäusern von I Barchi, wo wir in einen wilden und zum Teil sehr steilen Forstweg abbiegen. Bald schimmert das smaragdgrüne Wasser des Lago Palu zwischen den Bergfichten hindurch. Der schön gelegene See lädt zum Verweilen ein. Wir haben jedoch noch einen weiten Weg vor uns. Darum folgen wir auf einem Pfad dem Ufer entlang und überwinden dann die 200 Höhenmeter auf dem Fahrweg über die Alpe Palu hinauf zum Passo Campolungo.

Piz Roseg und Piz Bernina zeigen sich zaghaft zwischen den ersten weissen Wolkentürmen. Vorbei an den zerfallenden Hütten der Alpe Campolungo brettern wir auf dem schmalen Alpweg und später über die steile Skipiste hinunter. Wenig unterhalb der Talstation einer Sesselbahn zeigt ein MTB Wegweiser nach links in den Wald hinein. Wir zögern einen Augenblick, haben wir doch die Route hinunter nach Franscia und den anschliessenden Gegenaufstieg zum Lago di Monte Moro geplant. Ein prüfender Blick auf die Karte lässt uns erahnen, dass wir auf der signalisierten Bikeroute ebenfalls dorthin gelangen würden.

Also zweigen wir nach links in den Saumpfad ab, der im Wald verschwindet. Der steinige Untergrund fordert abschnittweise unsere Konzentration, um im Sattel zu bleiben. Bald lichtet sich der Wald und vor uns breitet sich sie Ebene der Alpe Campascio aus. Wir folgen dem Wiesenpfad und zweigen dann nach rechts ab. Der folgende Trail ist anstrengend zu fahren und mündet nach einem guten Kilometer in einen Forstweg, auf dem wir bequem die Staumauer des Lago di Campo Moro erreichen. Über die Mauer gelangen wir auf die Asphaltstrasse, welche beim Parkplatz unterhalb des Lago di Gera endet.

Der herrliche Weg dem Ufer der Lago di Gera entlang bietet überraschende Ausblicke auf das Berninamassiv, dessen Zacken sich im See spiegeln. Dann fordern einige extrem steile, betonierte Rampen unseren ganzen Krafteinsatz, bevor sich der Weg in das liebliche Valle Poschiavina mit seiner pittoresken Alpsiedlung senkt.

Was nun folgt kann als eine ausgiebige Wanderung auf einem schönen Trail in einer anmutigen Berglandschaft beschrieben werden, der leider nur streckenweise und mit viel Anstrengung fahrbar ist, Das Tal zieht sich endlos dahin, immer den Pass da Cancian vor Augen, der sich nicht nähern will. Die letzten paar Meter sind sehr steil und mit einer kurzen Felspartie gewürzt.

Dann, endlich sind wir auf der Grenze: Die sich auftürmenden Gewitterwolken spiegeln sich im Wasser des kleinen Sees bei der Passhöhe. Hier ist auch die Bikeroute wieder signalisiert, die vom Campo Moro über den Passo di Campagneda zum Pass Cancian und hinunter nach Poschiavo führt.

Leider versteckt sich die Pyramide des Piz Scalino hinter den Wolken, wir sehen dafür weit unten im das Tal unser Etappenziel. Dies spornt uns an, die Pause kurz zu halten, denn auf der Piazza von Poschiavo locken die besten Gelati weit und breit.

Der Bergweg erweist sich im oberen Teil bis Palü Granda als gut fahrbar mit einigen Schiebepassagen. Dann ist der Fahrspass abrupt vorbei. Der verblockte und verkrautete Weg hinunter zur Alp Cancian überwindet eine Steilstufe und ist definitv kein Bikegelände. Wir wissen aber, dass die Abfahrt noch einige Leckerbissen bereit hält.

Die ersten 300 Höhenmeter geniessen wir in rassigem Downhill auf dem Alpsträsschen, biegen dann in den alten Alpweg ein und landen, vollgespritzt mit Matsch und mit heissen Scheiben in Vamporti bei Selva. Nun folgt ein absolut genialer Singletrail, der zum Teil als alter gepflästerter Saumweg bis hinunter zu den ersten Häusern von St. Antonio führt. Gemütlich rollen wir aus nach Poschiavo und klatschen im Borgo auf der Piazza ab, gierig auf das schon lange erwartete Gelato im Café Semadeni.

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