mtb-GrenzTrail.ch 40 Sfazù – Stilfserjoch

40

Sfazù – Stilfserjoch

Auf wilden Trails zum zweithöchsten Strassenpass der Alpen

Eine konditionell herausfordernde Etappe in wildromantischer Gebirgslandschaft. Anstrengende Aufstiege werden belohnt mit imposanten Downhills auf Singletrails und Militärwegen. Immer wieder eröffnen sich atemberaubende Ausblicke.


Daten

Kondition: mittel bis anspruchsvoll

Distanz: 63 km

Höhendifferenz: ↑ 2500 hm, ↓ 1370 hm

Schieben/Tragen: ↑ 400 - 500 hm, ↓ 0 hm

Zeitbedarf: 6 – 7 Std

Technik: mittel

Wegbeschaffenheit: Singletrails 25%, Wege 55%, Asphalt 20%


Beste Jahreszeit:
JanFebMärzAprilMaiJuniJuliAugSeptOktNovDez

Highlights: SüffigeTrails hinunter nach Livigno  und zum Lago di Sam Giaccomo / Trail hinunter zur Umbrailpass


Einkehr: Forcola di Livigno / Restaurants in Livigno / Ristoro Val Alpisella, Ponte delle Capre

Übernachten: Verschiedene Hotels auf dem Stilfserjoch

Bilder

  • Oberhalb Sfazù, Blick zum Scalino
    Oberhalb Sfazù, Blick zum Scalino
  • Römerweg zwischen Sfazù und La Rösa
    Römerweg zwischen Sfazù und La Rösa
  • Gess im Val Laguné
    Gess im Val Laguné
  • Forcola di Livigno
    Forcola di Livigno
  • Forcola di Livigno
    Forcola di Livigno
  • Abfahrt Valle della Forcola
    Abfahrt Valle della Forcola
  • Abfahrt Valle della Forcola
    Abfahrt Valle della Forcola
  • Vor Livigno
    Vor Livigno
  • Aufstieg zum Passo di Valle Alpisella
    Aufstieg zum Passo di Valle Alpisella
  • Aufstieg zum Passo di Valle Alpisella
    Aufstieg zum Passo di Valle Alpisella
  • Passo di Valle Alpisella
    Passo di Valle Alpisella
  • Downhill zum Passo di Fraele
    Downhill zum Passo di Fraele
  • Lago di San Giacomo
    Lago di San Giacomo
  • Aufstieg zur Bocchettea della Forcola
    Aufstieg zur Bocchettea della Forcola
  • Aufstieg zur Bocchettea della Forcola
    Aufstieg zur Bocchettea della Forcola
  • Bocchetta della Focola
    Bocchetta della Focola
  • Singletrail zum Umbrail Pass
    Singletrail zum Umbrail Pass
  • Umbrail Pass
    Umbrail Pass

Karte

Bericht

Ein in jeder Hinsicht herausfordernder Tag steht uns bevor. Deshalb sind wir schon früh unterwegs. Wir pedalen ein kurzes Stück auf der Bernina Passstrasse empor, zweigen dann in einen Forstweg ein und schon müssen wir die Bikes hundert Höhenmeter über den steinigen antiken Saumweg zur Ebene von La Rösa emporschleppen. Wir folgen nun wieder der Passstrasse. Bei Dogana entscheiden wir uns, da uns noch ein langer Tag bevor steht, für die leichteste Variante: Wir folgen der Strasse bis zur Forcola di Livigno. Lohnende Varianten wären zum einen der Trail vom Berninapass über die Forcola Minor zur Forcola di Livigno und zum andern der Singletrail von der zweiten Kurve oberhalb Dogana bis zur Brücke bei Pt. 2085. Dieser ist ein Teil des neu bearbeiteten Trails, der vom Berninapass nach Sfazu und dann auf dem antiken Saumweg parallel zur Passstrasse bis hinunter nach San Carlo führt.

Der Ausflugsverkehr nimmt je länger le mehr zu, und wir sind froh, dass wir die Forcola di Livigno bald erreicht haben. Am lieblichen Seelein oberhalb des Passes gönnen wir uns eine Verschnaufpause.

Was nun folgt, übertrifft alle unsere Erwartungen: Ein neu gebauter Singletrail führt in einigen Serpentinen vom Pass direkt die Steilstufe hinunter. Wir stürzen uns in die Tiefe und finden uns bald auf einem lauschigen Alpweg. Wir lassen unseren Bikes freien Lauf bis zur Alpe Vago. Nach einem weiteren Stück Alpweg befinden wir uns unverhofft auf einem lieblichen Trail, der sich durch den Wald und über Weiden schlängelt. Unser Herz jauchzt! Nur zu bald verlassen wir den Trail, um in Livigno unseren Proviant zu ergänzen.

Es folgt nun eine anstrengende Strecke auf dem Wander- und Fahrradweg zum Ausflugsrestaurant Ponte delle Capre. Heerscharen von Spaziergängern, Bikern jeder Couleur und Kinderwagen schiebende Eltern sind unterwegs in beiden Richtungen. Ganz Italien scheint hier die Bergsonne zu geniessen. Vorsichtig schlängeln wir uns zwischen den Menschgruppen durch.

Nach Ponte delle Capre wird es schlagartig ruhig, nur wenige Wanderer und Biker sind auf dem Saumweg zum Passo di Valle Alpisella unterwegs. Der Kies knirscht unter den Reifen, als wir den teilweise sehr steilen Weg hinaufkurbeln. Zum Glück führt das steilste Stück durch schattenspendenden Wald. Ein lieblicher Bergsee grüsst uns kurz vor der Passhöhe. Unsere Bidons sind bis auf den letzten Tropfen ausgesaugt, und durstig bitten wir in der nahen Alphütte um Wasser.

Es steht uns eine kurze, aber geniale Abfahrt bevor, die wir von einer früheren Tour kennen. Nach einem Stück Alpstrasse biegen wir in den flüssigen Singletrail, der es uns erlaubt, einige Blicke auf den milchig grünen Stausee tief unter uns zu erhaschen. Beglückt stoppen wir bei der Kapelle San Giacomo di Fraéle.

Nun folgt ein fahrtechnisch langweiliger Abschnitt. Die breite staubige Piste führt den beiden Seen entlang und erlaubt uns, kräftig in die Pedale zu treten. Bald zweigt der Alpweg ab, der durch das wilde Valle Forcola zur verlassenen Baita di Forcola empor führt. Der Weg ist gut fahrbar, einige steile Rampen bringen uns aber zum Schwitzen. Weit hinten im Tal können wir nun am Horizont die Bochetta di Forcola erkennen. Noch trennen uns 450 Höhenmeter. Der einst gut ausgebaute Militärweg ist auf weiten Strecken verfallen, ausgewaschen und mit grobem Geröll bedeckt. Die Müdigkeit setzt sich immer mehr in unseren Oberschenkeln fest, und so schieben wir einen grossen Teil des Aufstieges. Endlich: Wir lagern auf der Forcola, ziehen uns eine warme Jacke und Knielinge über und studieren den Trail, der uns dem Berghang entlang zum Pass Umbrail führen wird.

Nach den ersten zwei Serpentinen im steilen Hang mutiert er zu einem Trail vom Feinsten: Erdig, gutmütig und fast durchwegs bequem fahrbar. Unsere Stimmung klart schnell auf und wir kosten die gut vier Kilometer in vollen Zügen aus. Abrupt erwachen wir aus dem Trail Rausch, als dieser an der Umbrail Strasse knapp vor der Landesgrenze endet.

Was nun noch folgt ist wenig erwähnenswert. Wir kurbeln knapp 300 Höhenmeter die langweilige Passstrasse hoch zum Stilfserjoch. Die Strapazen des Tages haben nun endgültig ihre Spuren hinterlassen. Müde kämpfen wir uns in der Abendsonne die Kehren hoch und schauen entgeistert, wie sich die Höhenmeter auf dem Bordcomputer nur in Zeitlupe addieren.

Das muffige Hotelzimmer trägt auch kaum dazu bei, unsere Befindlichkeit zu verbessern. Und trotz aller Strapazen sind wir stolz, diese Etappe so problemlos gemeistert zu haben.

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