mtb-GrenzTrail.ch 41 Stilfserjoch – Burgeis

41

Stilfserjoch - Burgeis

Über den legendären Goldseetrail hinunter ins obere Vinschgau

Zum Auftakt ein ausgesetzter Bergtrail, der das Herz im wahrsten Sinne höher schlagen lässt, gefolgt von der grandiosen Aussicht vom östlichsten Grenzstein auf dem Piz Chavalatsch und dann freie Fahrt auf angenehmen Alp- und Forstwegen.


Daten

Kondition: mittel bis anspruchsvoll

Distanz: 46 km

Höhendifferenz: ↑ 1650 hm, ↓ 3140 hm

Schieben/Tragen: ↑ 300 hm, ↓ 200 hm

Zeitbedarf: 5 ½ Std.

Technik: streckenweise anspruchsvolle Singletrails, gut fahrbare Alp- und Forstwege

Wegbeschaffenheit: Singletrails 30%, Wege 55%, Asphalt 15%


Beste Jahreszeit:
JanFebMärzAprilMaiJuniJuliAugSeptOktNovDez

Hinweise: Auf dem Goldseetrail besteht ab neun Uhr morgens Bikeverbot

Highlights: Goldseetrail, Trail vom Piz Chavalatsch

Sehenswert: Relikte aus den 1. Weltkrieg / Aussicht vom Piz Cavalatsch / mittelalterliches Städtchen Glurns


Einkehr: Furkelhütte / Stilfser Alm / mehrere Restaurants in Glurns

Übernachten: Verschiedene Hotels und Pensionen in Burgeis, z.B. Hotel zum Mohren & Plavina

Bilder

  • Stilfserjoch
    Stilfserjoch
  • Blick ins Trafoier Tal
    Blick ins Trafoier Tal
  • Goldseetrail
    Goldseetrail
  • Goldseetrail
    Goldseetrail
  • Goldseetrail
    Goldseetrail
  • Goldseetrail
    Goldseetrail
  • Goldseetrail Mittelteil
    Goldseetrail Mittelteil
  • Nach der Furkelhütte
    Nach der Furkelhütte
  • Trada
    Trada
  • Vor der Stilfser Alpe
    Vor der Stilfser Alpe
  • Aufsteig zu Chavalatsch
    Aufsteig zu Chavalatsch
  • Chavalatsch
    Chavalatsch
  • Militärweg zum Chavalatsch
    Militärweg zum Chavalatsch
  • Bei Gantlin
    Bei Gantlin
  • Glurns
    Glurns
  • Burgeis, Castel del Principe
    Burgeis, Castel del Principe

Karte

Bericht

Beim Frühstücksbuffet sind wir ungeduldig, denn wir haben bei der Planung die verschiedensten zum Teil widersprüchlichen Informationen über den legendären Goldseetrail gesammelt, was die Schwierigkeit anbelangt. Nun wollen wir es selber erfahren.

In der frischen Morgenluft schieben wir unsere Bikes den steilen Weg hoch zur Dreiländerspitze. Ein ungeahntes Panorama eröffnet sich hier. Unsere Blicke bleiben vor allem am vergletscherten Ortler hängen und wir versuchen die Route auszumachen, auf der wir vor zwei Wochen von dessen Gipfel abgestiegen waren.

Vorbei an Ruinen und Schützengräben aus dem ersten Weltkrieg rollen wir auf dem breiten Kiesweg der Krete entlang nordwärts, immer in Tuchfühlung mit der Grenze zur Schweiz. Dann nimmt der schmale, aber feine und gut ausgebaute Pfad des Goldseetrails unsere Aufmerksamkeit in Anspruch. Wie in Trance gleiten wir förmlich den Berghang entlang. Ein Blick in die Tiefe ermahnt uns, nicht übermütig zu werden, ein Sturz hätte fatale Folgen! Nur zu schnell haben wir diese geniale Etappe hinter uns und sind beim unscheinbaren Goldsee angekommen.

Noch sind wir allein unterwegs, denn noch sind die Shuttelbusse nicht auf dem Stilfser Joch angekommen. Nun wird der Trail merklich rauer, der Abhang steiler und ab und zu unterbricht ein Felsblock die Fahrt. Der Trail bleibt aber, abgesehen von zwei Blockfeldern gut fahrbar. Bei der Costa di Trus nimmt der Fahrspass ein plötzliches Ende. Der verblockte Pfad führt steil hinunter und ist selbst für Cracks kaum fahrbar. Im Wald vor der Furkelhütte wird der Pfad wieder freundlicher und wir zirkeln zwischen Steinen und über Wurzelgeflechte talwärts.

Bei der Furkelhütte wählen wir den gemütlichen Alpweg, der bald zu einem rauen und steilen Kriegspfad wird. Er zieht sich der steilen Bergflanke entlang aufwärts bis oberhalb der Schäferhütte. Ein Grossteil des Pfades ist fahrbar, wenn auch oft nur mit viel Muskeleinsatz zu meistern. Wir erreichen die Höhe und erkennen im Talkessel vor uns die Stilfser Alm. Darüber thront der Piz Chavalatsch. Wir kurven den schönen Trail hinunter gegen die Alphütten, einige Stellen verlangen volle Aufmerksamkeit.

Holunderblütensirup und Marillenkuchen lassen unsere Geister aufleben. Der Aufstieg von rund 700 Höhenmetern auf den auf Piz Chavalatsch steht uns noch bevor. Wir haben während der letzten Tage unsere Bikes so viele Höhenmeter durch die Berge geschleppt, dass wir uns entscheiden, sie bei der Stilfser Alm zu lassen und den Gipfel mit leichtem Gepäck zu Fuss zu erklimmen.

Bald jedoch entpuppt sich der anfangs schlechte Pfad als gut ausgebauter Kriegsweg und wir bereuen unseren Entscheid. Zwar müssten wir das Bike über weite Strecken schieben, die Abfahrt allerdings, die wäre ein Bijou! Schade!

Auf dem Gipfel des Chavalatsch finden wir schnell den östlichsten Grenzstein der Schweiz, der einen Ehrenplatz in unserer Fotosammlung erhalten wird. Ein herrliches Panorama lässt uns staunen, und wir machen die eine oder andere Bergspitze aus, deren Namen wir kennen. Tief unter uns zieht sich das Münstertal Richtung Italien und im Osten erstrecken sich die endlosen Obstplantagen des Vinschgaus. Nach der ausgedehnten Gipfelrast machen wir uns auf den Abstieg. Immer wieder fallen Bemerkungen, wie spassig es wäre, hier mit dem Bike hinunter zu jagen.

Von der Stilfser Alm wählen wir anstelle des Singletrails Richtung Glurnser Alm eine Route, bei der wir nicht Gefahr laufen, lange Schiebestrecken in Kauf nehmen zu müssen. Auf einem samtenen Wiesentrail, die Einheimischen nennen ihn den alten Weg, fliegen wir förmlich Tal auswärts. Bald tauchen wir in den Wald und der Pfad entwickelt sich zu einem wenig befahrenen Saumweg. In vollen Zügen geniessen wir die Fahrt den Berghang entlang. Oberhalb von Faslar heisst es nochmals in die Pedale treten und wir erreichen auf einer angenehmen Forststrasse die Lichtenbergerscharte.

Auf dem Forstweg jagen wir hinunter nach Gantlin. Ein kurzer Gegenaufstieg auf der Fahrstrasse und schon knirscht wieder Kies unter den Reifen. Auf einem kurzen süffigen Trail erreichen wir die Forststrasse, der wir folgen und nach einem abkürzenden Trail bei der Kapelle von St. Martin aus dem Wald auftauchen. Der schönste Teil der Etappe ist nun endgültig vorbei. Nach einem kurzen Blick durchs Stadttor in das bestens erhaltene mittelalterliche Städtchen Glurns pedalen wir eher lustlos auf dem asphaltierten Radweg in den Abend hinein und hinauf nach Burgeis.

Der Anblick unseres luxuriösen Zimmers und die erfrischende Dusche löschen die Müdigkeit und machen Platz für die Erinnerung an die vielen Highlits des heutigen Tages.

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