mtb-GrenzTrail.ch 43 Samnaun Compatsch – Scuol

43

Samnaun Compatsch - Scuol

Eine abwechslungsreiche Bergetappe mit einem Abstecher über die Grenze

Zum Auftakt fordert die steile Piste zum Viderjoch die letzten Reserven. Belohnt werden wir mit einem gemütlichen Grenzkamm-Weg und dem spektakulären Downhill auf den rauen Singletrail hinunter ins Val Sinestra. Eine vielseitige Tour, die einiges bietet und fordert.


Daten

Kondition: mittel bis anspruchsvoll

Distanz: 50 km

Höhendifferenz: ↑ 2100 hm, ↓ 2520 hm

Schieben/Tragen: ↑400 - 500 hm, ↓ 200 hm

Zeitbedarf: 4 ½ - 5 Std

Technik: anspruchsvolle Singletrails, gut fahrbare Alp- und Forstwege

Wegbeschaffenheit: Singletrails 30%, Wege 65%, Asphalt >5%


Beste Jahreszeit:
JanFebMärzAprilMaiJuniJuliAugSeptOktNovDez

Highlights: Höhenweg vom Viderjoch zum Zeblasjoch / Aufstieg durch das Val Fenga / Downhill vom Fimberpass


Einkehr: Heidelberger Hütte / Griosch / Zuort

Übernachten: Verschiedene Hotels in Scuol

Bilder

  • Samnaun
    Samnaun
  • Alp Trida
    Alp Trida
  • Viderjoch
    Viderjoch
  • Zwischen Viderjoch und Zeblasjoch
    Zwischen Viderjoch und Zeblasjoch
  • Zwischen Viderjoch und Zeblasjoch
    Zwischen Viderjoch und Zeblasjoch
  • Beim Palinerkopf, Blick zum Muttler
    Beim Palinerkopf, Blick zum Muttler
  • Beim Palinerkopf
    Beim Palinerkopf
  • Zeblasjoch
    Zeblasjoch
  • Fimbertal
    Fimbertal
  • Fimbertal
    Fimbertal
  • Aufstieg zum Fimberpass, Heidelberger Hütte
    Aufstieg zum Fimberpass, Heidelberger Hütte
  • Aufstieg zum Fimberpass
    Aufstieg zum Fimberpass
  • Fimberpass
    Fimberpass
  • Fimberpass
    Fimberpass
  • Downhill vom Fimberpass
    Downhill vom Fimberpass
  • Absteig vom Fimberpass
    Absteig vom Fimberpass
  • Im Val Chöglias
    Im Val Chöglias
  • Im Val Sinistra
    Im Val Sinistra

Karte

Bericht

Für heute ist Kaiserwetter angesagt, wie gestern der Wirt in Burgeis nach KuK Manier prophezeit hat. Dem ist auch so. Ein stahlblauer Himmel wölbt sich von Krete zu Krete über das Tal, und die Bergspitzen leuchten in der Morgensonne. Wir treten im Schatten auf dem Alpsträsschen talaufwärts zur Alp Trida. Die verschlossenen Restaurationsgebäude verleihen dem Ort etwas Gespensterhaftes, Unwirtliches. Nur die Sesselbahn surrt eintönig vor sich hin. Dies ist kein Ort zum Verweilen und schnell klicken wir uns wieder in die Pedale.

Der Weg führt nun steiler bergwärts und auf den Ecken zwingt er uns zum Absteigen. Während wir uns zu Fuss die Schotterpiste hochmühen, brettern die ersten Downhiller auf den Trails talwärts. Was wir machen, braucht schon ein rechte Portion Eigensinn: Wir kämpfen uns neben der Sesselbahn den Schotter hoch, die Gästekarte mit Tagesticket für die Bergbahnen im Rucksack! Die Piste wird flacher und bald sehen wir uns auf dem Viderjoch, inmitten von Wandervolk und Bikern, welche mühelos hier herauf geschwebt sind. Eine fantastische Aussicht bietet sich rundherum. Im Süden ragt imposant der frisch verschneite Muttler in den wolkenlosen Himmel.

Uns drängt es vorwärts. Wir folgen der breiten Piste, welche sich dem Bergkamm und damit der Landesgrenze entlang bis zum Zeblasjoch hinzieht. Einige Steigungen und Abfahrten würzen die so triste, öde Skipistenlandschaft.

Auf dem Zeblasjoch entscheiden wir uns für die Route hinunter ins Fimbertal mit Gegenaufstieg zur Heidelberger Hütte anstelle des Bergweges über die Fuorcla Val Gronda. Die 250 Höhenmeter hinunter zur Seilbahnstation sind jedoch kein Vergnügen. Der Wanderweg ist von Kühen aufgewühlt, zum Teil sumpfig und sehr anstrengend zu fahren. Ab und zu ist Schieben angesagt.

Bald sind diese Strapazen vergessen, als wir dann auf dem Alpweg ins Fimbertal hinunter kurven. Der nun folgende Fahrwg zur Heidelberger Hütte hinauf führt durch das liebliche Fimbertal und über die grüne Grenze zurück in die Schweiz. Wir geniessen die Fahrt durch das einsame Tal. Bei einer üppigen Portion Kaiserschmarren tanken wir im Garten der Heidelberger Hütte Energie für den Aufstieg zum Fimberpass. Wir sind hier nicht mehr die einzigen Biker. Viele sind unterwegs auf dieser Route hinüber ins Engadin.

Auf dem Weg zum Fimberpass heisst es viel Schieben, nur ein kurzes Stück ist gut fahrbar. Aber die gut 300 Höhenmeter haben wir im Nu überwunden. Auf dem Pass treffen wir auf einen Biker, der hilflos ohne Werkzeug und mit gebrochener Kette dasteht. Wir leisten erste Hilfe und der Gerettete ist erstaunt, dass man bei solchen Touren ein Werkzeugtool mitführen könnte.

Der Trail hinunter ins Val Chöglias ist von den vielen Transalpinisten gut ausgefahren. Einige Stellen erfordern aber eine gute Technik, ein Portion Mut und Konzentration. Für einige kurze Strecken mutieren wir zu Fussgängern, den grössten Teil zirkeln wir aber durch Schotter und verblockte Stellen hindurch. Insgesamt ein herausfordernder Bikespass.

Ab Tschoffla lässt ein rauer Alpweg unsere Herzen höher schlagen und wir müssen aufpassen, dass wir nicht zu übermütig werden. Neben uns rauscht der wilde Bach und überall sind Rüfen, ausgewaschene Bachbetten und mitgerissene Baumstämme stumme Zeugen des letzten Unwetters. Bei den Alphütten von Griosch lockt ein gemütliches Alpbeizli. Wir lassen es links liegen und sausen den Wiesenpfad hinunter, überqueren auf einem wackligen Holzsteg den Wildbach und erreichen den schmücken Hof Zuort.

Der Trail führt uns durch den Wald hinunter und über den Bach. Dann schleppen wir die Bikes steil den Wald hoch und werden belohnt: Ein sanfter Trail, leicht ansteigend, sogt für wahre Fahrfreude. Nur zu schnell befinden wir uns auf der Fahrstrasse, der wir unspektakulär und gefühlt wie unendlich durch das wilde Val Sinistra hinaus folgen.

Ein letztes Highlight wird uns beschert. Von Sent führt ein lieblicher Trail durch offenes Gelände dem Hang entlang hinunter nach Scoul. Ausgepumpt aber zufrieden mit der Tour, die uns der heutige Tag beschert hat, klatschen wir ab.

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