mtb-GrenzTrail.ch 46 St. Antönien – Jenins

46

St. Antönien - Jenins

Trail-Feuerwerk im Banne des Rätikons

Diese Etappe ist ein exklusives Singletrailerlebnis im Banne der Kalkwände des Rätikons, gekrönt von einem Downhill auf Flow-Trails hinunter in die Rebberge der Bündner Herrschaft.


Daten

Kondition: anspruchsvoll

Distanz: 50 km

Höhendifferenz: ↑ 2050 hm, ↓ 2880 hm

Schieben/Tragen: ↑ 200 hm, ↓ 0 hm

Zeitbedarf: 6 ½ Std.

Technik: anspruchsvoll

Wegbeschaffenheit: Singletrails 65%, Wege 30%, Asphalt 5%


Beste Jahreszeit:
JanFebMärzAprilMaiJuniJuliAugSeptOktNovDez

Highlights: Singletrail Garschina Hütte bis Schweizertor / Downhill vom Älpli nach Malans

Sehenswert: Bizarre Felswände des Rätikons


Einkehr: Carschina Hütte / Schasaplana Hütte / Bergstation Älplibahn / für den Aperitiv: Torkel Jenins

Übernachten: Jenins: Gasthaus Traube / Landgasthof zur Bündte

Bilder

  • Aufstieg zur Garschina Hütte, Obersäss
    Aufstieg zur Garschina Hütte, Obersäss
  • Aufstieg zur Garschina Hütte,
    Aufstieg zur Garschina Hütte,
  • Zwischen Garschina Joch und Schweizertor
    Zwischen Garschina Joch und Schweizertor
  • Zwischen Garschina Joch und Schweizertor
    Zwischen Garschina Joch und Schweizertor
  • Zwischen Garschina Joch und Schweizertor
    Zwischen Garschina Joch und Schweizertor
  • Vor dem Schweizertor
    Vor dem Schweizertor
  • Vor dem Schweizertor
    Vor dem Schweizertor
  • lick hinauf nach Golrosa
    lick hinauf nach Golrosa
  • Golrosa
    Golrosa
  • Aufstieg zur Schesaplana Hütte
    Aufstieg zur Schesaplana Hütte
  • Aufstieg nach Stürfis
    Aufstieg nach Stürfis
  • Aufstieg nach Stürfis
    Aufstieg nach Stürfis
  • Aufstieg zum Kamm
    Aufstieg zum Kamm
  • Kamm, Blick zurück nach Golrosa
    Kamm, Blick zurück nach Golrosa
  • Kamm, Blick ins Rheintal
    Kamm, Blick ins Rheintal
  • Kamm
    Kamm

Karte

Bericht

Die Berge rund um St. Antönien, unserem Startort der heutigen Etappe, sind uns wohl bekannt von den zahlreichen Skitouren, die uns auf die verschiedensten Gipfel führten. Die Route dem Rätikon entlang und über den Kamm in die Bündner Herrschaft haben wir vor Jahren auch schon befahren. Wir bewegen uns also in heimatlichem Gefilde.

Die schroffen Wände der Sulzfluh leuchten im Morgenlicht, als wir den Fahrweg zur Alp Garschina hoch kurbeln. Eine gute Steigung zum Einfahren und auf dem Tacho klettern die Höhenmeter in erfreulichem Tempo. Ab der Alp Garschina wird der Weg rauer, die Rampen steiler, aber bald erreichen wir die SAC-Hütte, welche sich an den Hang bei der Garschina Furgga lehnt. Noch ist es zu früh zum Einkehren.  Wir setzen den Helm auf und ziehen die Knielinge über, bereit zum Geniessen der mehr als zehn Kilometer Singletrail, welche sich unterhalb der grauen Kalkwände des Rätikons dem Hang entlang ziehen.

Abwechslungsreich windet sich der Weg den Geländekuppen entlang, zirkelt zwischen Felsblöcken hindurch. Ab und zu steigen wir demütig aus den Pedalen, wenn Hindernisse die Fahrt unterbrechen. Wir schweben wie im Traum, geniessen die wilden Anblicke der drohenden Felswände und lassen vor dem Schweizertor den Schotter unter den Reifen knirschen. Bei unserer Rast beobachten wir die Seilschaften in den Wänden der Kirchlinspitzen, deren Rufe die Stille unterbrechen.

Nun wird der Weg unangenehmer. Steil und verblockt windet er sich hinauf nach Cavell. Schieben und Tragen ist angesagt, und doch können wir ein Stück Trail fahrend geniessen. Auf der nächsten Kuppe erkennen wir die Alphütte von Golrosa. Der Weg dahin ist zuerst fahrbar, bald aber verwandelt er sich in einen sumpfigen und verblockten Viehtrail.

Das frische Wasser vom Brunnen erquickt uns, und doch spähen wir erwartungsvoll hinüber zur nächsten Hügelkuppe, auf welcher die Schesaplana Hütte hell im Sonnenlicht leuchtet. Es scheint nicht mehr weit zu sein bis zu einem Teller Spaghetti. Auf dem ausgewaschenen Weg und über die ruppige Alpweide erreichen wir Vordersäss. Weiter geht es auf dem gut ausgebauten Alpweg hinüber zur restaurierten Valarsäge und dann folgen die knackig steilen Rampen, welche zur Schesaplana Hütte hinauf führen.

Es ist ein herrliches Gefühl, wie der kühle Shorli die Kehle hinunterrinnt und die wohlbemessene Portion Tomatenspagetti die Lebensgeister wieder in Funktion bringt. Wir merken jetzt, dass die heutige abwechslungsreiche Tour mit dem langen Singletrail konditionell doch sehr anspruchsvoll ist.

Auf dem Fahrweg hinunter nach Cani spritzt der Kies und mit vom Bremsen klammen Fingern stoppen wir auf der Brücke über den Canibach. Der Weg nach Stürfis führt abwechslungsreich durch Moorgebiet dem Bach entlang. Einige Stellen sind wahrer Fahrgenuss, für den Rest sind wir zum Schieben gezwungen. Das Glegghorn wirft schon lange Schatten, während wir in gemütlichem und ökonomischem Tempo den Alpweg zum Kamm hinauf kurbeln. Wir geniessen die Stille des anbrechenden Abends und Erinnerungen an gemeinsame Touren auf den Falknis und den Vilan tauchen aus der Dämmerung auf.

Endlich, der Höhenmeter zeigt 2030 mü.M. und wir sitzen auf der einsturzgefährdeten Bank auf dem Kamm und geniessen die weite Aussicht über die Bündner Herrschaft, Calanda und Ringelpitz.

Die folgenden gut 200 Höhenmeter brettern wir abwechselnd auf dem Alpweg und auf den Abkürzungen des Wanderwegs hinunter. Bei Punkt 1807 zweigen wir nach links in den Alpweg ein und stehen bald auf der Terrasse des kleinen Restaurants der Älplibahn Bergstation. Es ist Zeit für einen Cappuccino und ein Stück leckeren Kuchen.

Mit neuer Frische zirkeln wir die ersten anspruchsvollen Kehren des Wanderweges hinunter. Bald wird der Weg etwas breiter und gutmütiger. Schliesslich donnern wir auf dem Forstweg durch den steilen Wald talwärts. Ein letzter Flow-Trail führt uns hinüber zu den ersten Häusern von Jenins, dem Weinbauerndorf, romantisch eingebettet in die Rebberge. Unser Freund, Georg Schlegel, kredenzt uns ein Glas Schiller im Keller seines Weingutes zur alten Post.

Ein herrlich aufregender Tag neigt sich dem Ende zu, und unsere Erinnerungen an den Grenztrail Schweiz sind mit neuen Erlebnissen angereichert.

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